(P) 2008 / 2012 | 
EHZZ
- Historie Einige Vorbemerkungen
Band- oder gar Personen - Kult gab es bei EHZZ nie und solches war auch
nie
beabsichtigt. Das war von EHZZ - Gründer Jackomo Schneider
sozusagen in den goldenen Grundregeln der Band manifestiert worden.
Überhaupt bestimmten bei EHZZ für diese
Branche eigentlich
eher ungewohnte, feste Grundregeln die Rahmenbedingungen. Hausregel
Nummer 1, die vor allem von Jackomo Schneider und Gitta Cordes ins
Leben gerufen worden war, lautete stets: "Ein Musiker, der keine Noten
kann, ist wie ein Schriftsteller, der Analphabet ist.", - will heissen,
beides schloss sich im EHZZ - Produktionsalltag eigentlich
aus. Die
zweite goldene Grundregel war eben, dass der eingangs schon
erwähnte Personenkult generell ausgeschlossen wurde. So
wurden nach außen hin die Namen der
jeweiligen Bandmitglieder damals immer geheim gehalten, nicht
etwa, um daraus eine gewisse Mystik abzuleiten, sondern weil man
einfach sagte, dass es für die Musik als solche keine Rolle
spiele. Was viele Interpreten als das Salz in der Suppe bezeichnen, so wurden bei EHZZ im Gegensatz dazu Live-Auftritte immer als
restlos
uninteressant
empfunden. Jackomo Schneider hat einmal gesagt: "Wir wollen eine
bestimmte Musik hervorbringen und dabei stört das Publikum
nur,
indem es durch seine Reaktionen Einfluß auf unsere Musik
nehmen
würde." Es ging darum, ein bestimmtes musikalisches Ergebnis
zu
erzielen und nicht darum, dies auf irgend einer Bühne einem
Publikum vorzuführen. So betrachtet kann man EHZZ eben auch nicht
als Interpreten bezeichnen, da es eben nicht darum ging, ein Stück
zu interpretieren, sondern nur darum, es zu produzieren. Eine Haltung,
die viele Musiker bis heute nicht verstehen, aber sei es drum. Einige
sehr wenige Auftritte vor kleinem
Publikum hatte es dennoch gegeben. Nicht mehr ganz nachvollziehbar ist
heute die Anzahl dieser
Auftritte, jedoch dürfte sie insgesamt bei höchstens 5
liegen. Jackomo
Schneider, der je nach Laune auch durchaus mal ein Freund heftiger
Worte war, sagte zum Thema Publikum ein wenig provokant:
"Ob einer Zuhörerschaft, einem Publikum oder sonst wem unsere
Musik gefällt oder nicht gefällt, das liegt
für mich in
der Bedeutung irgendwo im fließenden
Übergangsbereich
zwischen Egal und Scheissegal!" Die anderen EHZZ - Mitglieder sahen das
im Allgemeinen keineswegs so verbissen, wenngleich auch
für
sie bei den EHZZ - Produktionen eine mögliche Publikumswirkung
keine beeinflussende Größe bei der Komposition, der
Spielweise oder der Instrumentierung war. Solche Gedanken wurden erst
gar nicht ins Kalkül gezogen. Die Musik wurde stets nur zum
eigenen Spaß an der Sache, zum "Basteln mit Tönen"
oder auch
zum Üben gemacht. Bei EHZZ gab es kein Interesse daran, Musik
zur
Vermarktung zu produzieren, um damit Einnahmen zu erzielen; solche
Überlegungen spielten absolut keine Rolle. Klar, EHZZ
war stets eine reine Studio-Band und selbst das Wort Band oder Gruppe
ist
hier eigentlich fehl am Platze, Produktionsgemeinschaft wäre
vielleicht eine treffendere Bezeichnung.
Was es bei EHZZ, im Gegensatz zu vielen anderen Experimental - Bands
der
damaligen Zeit, ebenfalls nie gegeben hat, waren Drogen- Exzesse. Ein
absoluter Grundsatz von EHZZ lautete: No Drugs. Drogen und Alkohol
(sofern man
dies überhaupt trennen kann) waren bei EHZZ absolut
verpönt
und in den Studioräumen strikt untersagt. "Musik ist unsere
einzige Droge - und auf die wollen wir uns konzentrieren, das geht aber
nicht, wenn die Birne von anderen Drogen in andere Bahnen gelenkt
wird.", lautete seinerzeit hierzu eine Angabe von Gitta Cordes, die so
auch gleichermaßen für alle galt. Wer gegen dieses
ungeschriebene EHZZ - Gesetz verstieß, konnte sofort gehen.
Damals tauchte immer wieder die Frage auf, wass denn EHZZ
eigentlich
überhaupt heißen soll, wofür das steht. Ist
es eine
Abkürzung? Ein Synonym oder was auch immer? - Diese Frage
wurde
nie und nimmer brauchbar beantwortet. Vermutlich fiel den
Gründern
- also wahrscheinlich Jackomo Schneider selbst - dieser Name
für
dieses Projekt spontan ein, ohne selbst genau eine Bedeutung in die
einzelnen Buchstaben des Namens zu interpretieren, das war schon alles.
Falls einmal bei irgend einem Anlaß Fotos von der Band oder
dem
Studio gemacht wurden, geriet Schneider gleich in Rage und verlangte
von den Fotografen, dass sämtliche Personen auf den Fotos
unkenntlich gemacht würden. Für diese Marotte war
Schneider
seinerzeit bekannt und gefürchtet, besonders seit er einmal
einem
Fotografen die Kamera entrissen und in die Toilette geworfen hatte.
Diese
Geheimniskrämerei um die Personen behielt man bei EHZZ auch
später bei, sogar noch zu der Zeit, in der Jackomo Schneider
schon
nicht mehr aktiv mitwirkte. Vielleicht hatte sich diese Marotte auch
schon zu einer Art Tradition entwickelt, von der man dann einfach nicht
mehr ablassen wollte. Andererseits tauchten auf einigen Cassetten -
Covern durchaus schon mal Bilder von einzelnen EHZZ - Mitgliedern auf,
insbesondere mehrmals von Agathe Bogen und ein paar mal von Gitta
Cordes, gelegentlich auch von anderen. Diese Fotos dienten dort
eigentlich nur einem "titelunterstützdenden" Aspekt und es stand
auf der Cassettenhülle auch nirgendwo ein Hinweis darauf, um wen
es sich bei der abgebildeten Person handelt. Da die Leute seinerzeit in
der Öffentlichkeit ohnehin nicht bekannt waren, kam auch erst
niemand auf die Idee, dass es sich dabei tatsächlich um
Mitwirkende handeln könnte.
 |  | | Coverbild
des Cassetten - Albums Blaupause aus dem Jahre 1983. Im Gegensatz zu
den meisten anderen Cassetten - Alben gab es auf diesem
ausschließlich separate Titel, die unter dem Oberbegriff
"Blaupause" und dann mit einem Zusatztitel versehen, dort
veröffentlicht wurden. Diese Titel sind in der Discografie nicht
einzeln aufgeführt. Alle Titel dieses Albums sind nicht auch noch
auf anderen Medien erschienen, weder früher noch später.
Bekanntlich lagen bei nahezu allen Alben und auch bei allen Cassetten -
Singles die Stückzahlen äusserst gering, aber bei Blaupause
war sie noch geringer. Es dürften vielleicht 10 - 30 Exemplare
davon hergestellt worden sein, mehr nicht. Also passend zum Titel eine
Art "Blaue Mauritius" unter den Alben. | Coverfront
der Single - Cassette "Erwartung" von 1980. Das Titelstück
"Erwartung" ist musikalisch gesehen als Jazzrockballade zu
bezeichnen und wurde von Agathe Bogen
komponiert, die hier in drucktechnisch verfremdeter Form auch auf dem
Coverbild zu sehen ist. Die B - Seite enthielt eine überarbeitete
Fassung von Jackomo Schneiders Titel "Streckenteisten - Hits". Viele
werden sich fragen, was das denn heissen soll, das erklärt sich
allerdings selbst, wenn man den Titel hört, weil es ein Titel mit
teilweisem Text ist, wo sich ein Sprecher bzw. Sänger verhaspelt,
woraus dann dieser Begriff entsteht. Als kleiner ehzztypischer
Spaß hatte man auf der Coverfront in Anlehnung an Supermarkt -
Werbung oben noch aufgedruckt "Jetzt neu ! Weniger
Musik fürs gleiche Geld !" |
Doch zu der EHZZ - Historie selbst.
1976 wurde EHZZ in Bonn am Rhein
geründet. Gründer und
langjähriger Kopf der Gruppe war Jackomo Schneider, sozusagen
als
musikalischer
Direktor. Von Anbeginn bis zum Ende dabei war Agathe Bogen,
sämtliches andere "Personal" wechselte mal sporadisch, um dann
vielleicht nach einem Jahr erneut dabei zu sein. Die
Regelbesetzung war selten kleiner als vier Leute. Zeitweise tummelten
sich
auch bis zu sieben Musiker zeitgleich in der Band. Näheres zu
den
Mitgliedern von EHZZ finden Sie jedoch auf der Seite PERSONEN.
Produzent der meisten Aufnahmen war Michael Keller, der auch heute noch
eine kleine, spezialisierte Musikproduktion in Weilerswist betreibt,
unweit von Köln und Bonn. Da Keller die
durchaus hohen Qualitäten der Musiker erkannte und mit
ausgefeilteren Musikstücken diese besser zur Geltung kommen
lassen wollte, entstanden zuweilen leichte
Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Jackomo Schneider, die aber
stets gütlich und kurzfristig beigelegt wurden. Jackomo Schneider
sah zum damaligen Zeitpunkt in jedem
Aufschwung in Richtung professioneller Verwertung den
Untergang
seiner Grundidee. Daher arbeitete er stets daran,
sämtliche
Bemühungen in diese Richtung, die vom Rest der Gruppe und dem
Produzenten zeitweise etwas angekurbelt wurden, im Keim zu
ersticken. Schneiders Grundsatz lautete, wir müssen
bewusst auf jede Vermarktung verzichten, um das zu erhalten, was wir
mit der Musik ausdrücken und anstellen wollen. Dieser Kurs
konnte, vor allem
auf Betreiben Jackomo
Schneiders, dauerhaft beibehalten werden. Als sich dann aber doch
gelegentlich die Bestrebungen der anderen Bandmitglieder und des
Produzenten durchsetzten, die einzelnen Stücke zumindest in
ausgefeilterer
Qualität mit einem höheren Produktionsaufwand zu
vervollkommnen, verlor Schneider zunehmend das Interesse an der Sache.
Schneider stand immer auf dem Standpunkt, dass er lieber in der Zeit,
wo man ein einziges Stück in Spiel- und Produktionsweise
besser
arrangiert und optimiert, fünf andere Stücke
in mässiger Gesamt-Qualität hervor bringt.
So lief die
Besetzungsschere in den letzten beiden Jahren ab 1983 genau
entgegengesetzt
auseinander. War in den ersten sieben Jahren Jackomo Schneider neben
Agathe Bogen immer die feste Größe von EHZZ, so
fanden seit
1983 immer öfters EHZZ - Produktionen völlig ohne
Jackomo
Schneider statt. Er stieß dann nur noch zeitweise
für
einzelne Projekte hinzu. Die einzige, die wirklich bei restlos allen
Produktionen vom Anfang 1976 bis zum Ende 1985 dabei war, war Agathe
Bogen. Seit Mitte 1984 hat Jackomo Schneider an keiner einzigen
Produktion mehr mitgewirkt. Schneider verfolgte ab etwa 1984 vorwiegend
eigene Projekte. Behauptungen, dass hinter
Jackomo
Schneider ein wesentlich später bekannt gewordener, ganz anderer
Schneider steckte, wurden früher grundsätzlich nicht weiter
kommentiert, treffen aber nicht zu.
 |  | Coverfront der Cassetten - EP "Plastisches Hilfsunwetter (in Tirol)" von 1982. Neben
dem Freejazz - Titelstück war noch die Jazzballade "Zauberwald"
von 1981 sowie das Rockjazzstück "Armont" von 1982 darauf. Also ein Gemisch verschiedenster Stile. | Cover des Albums "B 9" von 1979. Es
enthielt insgesamt 5 Titel, darunter neben dem Titelstück "B 9"
u.a. auch noch "Post von der Post" und "Middaymist". Manche
der Titel erschienen später zusätzlich auch noch auf
einer EP bzw. Single - Cassette. |
Die Brötchen verdiente EHZZ damals unter verschiedenen anderen
Projekt-Namen mit der Erstellung von Hintergrundmusik, Musik
für
Werbespots und
der
Vertonung von ebensolchen, insbesondere für Kinowerbung, was
aber
genau betrachtet mit EHZZ nichts mehr zu tun hatte. Man
kann
sagen, dass das vorhandene Produktionsequipment im Bonner Studio mehr
oder weniger nach Feierabend zur Umsetzung der EHZZ - Produktionen
verwendet wurde. Das Studio befand sich seinerzeit in Bonn in einer
kleinen Seitenstraße der Heerstraße, wurde
aber im letzten Jahr des Bestehens noch in die Eifel
verlegt,
da dort bessere räumliche Verhältnisse verwirklicht
werden
konnten. Alle Produktionen, die ab Ende 1984 entstanden, wurden bereits
im neuen Studio in der Eifel aufgenommen. Neu ist dabei jedoch relativ
zu sehen, denn es wurde dort teils das alte Equipment aus dem
früheren Bonner Studio aufgebaut, soweit dies
übernommen
werden konnte. Diese Geräte stammten zum Teil noch aus
den 50iger,
60iger und 70iger Jahren. Mit dieser Technik
waren
einer zeitgemässen Produktion jedoch enge Grenzen gesetzt,
zumal
viele der Geräte durch die mehrfachen Umzüge
grundlegend
überholt werden mussten (es waren ja teils Geräte aus
"dritter Hand" - sprich sehr gebraucht) und
es
wären weitere extrem hohe Investitionen in neue Technik
notwendig
geworden. Zugleich stand eine Umbenennung der Gruppe ins Haus, da der
Name EHZZ zusammenhängend ausgesprochen fast genauso klingt,
wie
die zu dieser Zeit ins Gespräch kommende entsetzliche
Immunschwächekrankheit Aids, was den Klang des Namens extrem
negativ besetzte. Unter solchen Vorzeichen wollte und konnte man nicht
weiter produzieren. Hinzu
kam nun noch erschwerend, dass mehrere Mitglieder
weiträumig umzogen waren oder eine Familie
gründeten, wonach
eine
Weiterführung des Musikbetriebes im bisherigen Stil auch nicht
mehr
ohne weiteres möglich war. Einige wenige von ihnen
hängten
sogar damals die Musik ganz an den
Nagel, während andere sich auf eigene Projekte konzentrierten.
Die letzte Phase war noch einmal ein regelrechtes Aufbäumen
und so
viele hochinteressante Titel, wie in der Zeit zwischen April 1984 und
Ende Mai 1985, wurden zuvor nicht in 7 Jahren produziert. Selbst im
Februar 1985 kam noch ein Spezialalbum als vorletztes Album heraus.
Seit Mitte 1985 ist EHZZ Geschichte, nachdem Ende Mai 1985 noch ein
allerletztes kleines Album auf Musik- Cassette mit ganzen sieben
Musikstücken darauf entstand. Qualitativ, von der Ton- und
Spieltechnik her, war dieses Abschiedsalbum mit Abstand das Beste, was
jemals von EHZZ herausgegeben wurde. Ein Musikfreund sagte damals, das
haben die extra gemacht, damit der Abschied so richtig weh tut.
Da
es neulich einige mal angeprochen wurde, sei es auch hier zunächst
nur
kurz erwähnt, bei EHZZ wurden zeitweise neben Musik auch
Kurzhörspiele produziert, meist Kriminalhörspiele.
Desweiteren wurden Tonbeiträge wie Berichte, Abhandlungen usw.
erstellt, die als Toncassette meist von Auftraggebern in kleinem Kreis
vertrieben wurden, zB. für innerbetriebliche Lehrgänge,
Mitarbeiterinformationen oder auch für sogenannte
Ansagegeräte. Letztere sind vielen sicher bekannt, zB. von
Telefonansagen, innerbetrieblichen Ansagen über Ruf- und
Beschallungsanlagen (die bekannteste Form solcher Anlagen sind sicher
die Bahnsteigansagen auf Bahnhöfen oder bestimmte Ansagen in
Großbetrieben über Lautsprecheranlagen). Heute läuft so
etwas natürlich alles computergesteuert ab, während derartige
Dinge früher meist als Magnetband oder Magnetplatte
(Größe wie eine LP, aber nicht mit Rillen, sondern mit
Magnetbeschichtung) vorlagen. Das zählt allerdings nicht zum
Musikbereich und ist somit eigentlich nicht so recht passend zu diesen
Seiten hier. Außerdem wurden diese "Textproduktionen" in der
Regel nicht unter dem Namen EHZZ vertrieben, sondern unter EMP oder dem
Namen des Auftraggebers.
 |  | Cover des Cassetten - Albums Schädelresonanz
von 1983. Neben dem Titelstück enthielt das Album 6 weitere
Stücke, die zum Gesamtprojekt Schädelresonanz gehörten,
die in der Discografie nicht separat aufgelistet sind. | Coverfront
der Cassetten - Single "Ein zarter Kopfschmerz" von 1978. Auf der
B - Seite war der Titel "Orpheus in der Unterhos' '". Das Coverbild wird
übrigens von Christine Zimmer geziert, die beim Titel der B -
Seite mitwirkte. |
Damals,
1976 war eigentlich die gute alte Vinyl-Schallplatte noch der
Tonträger schlechthin. Da EHZZ sich für seine gering
verbreitete Projektmusik jedoch keine teuren Schallplattenaufnahmen
leisten konnte / wollte, da mit der Musik ja auch keine Einnahmen
erzielt wurden, und die CD noch nicht existierte, wurden alle
Alben und Produktionen auf MC = Music-Cassette erstellt. Man muss
sich vor Augen halten, wir sprechen hier von Stückzahlen, die
je
nach Album meistens in Größenordnungen zwischen 20
und 200
Stück lagen.
Selbst die stückzahlenstärksten Produktionen erreichten
insgesamt nur knapp 1000 Stück (ausgehend von den produzierten
Originalen, spätere Neuauflagen nicht mit gerechnet); in diesen
Werten sind evt. ausländische Tonträger nicht enthalten, da
es für deren Anzahl heute keinerlei Anhaltspunkte mehr gibt.
Für heutige Verhältnisse also geradezu
lächerlich
geringe Mengen. Des weiteren kann EHZZ sich wohl das Kuriosum auf seine
Fahnen
schreiben,
(so weit bekannt) weltweit als erste Band Single - Produktionen als
Music-Cassette
herausgebracht zu haben. Das war dann eine
Music -
Cassette mit nur einigen Metern Band darauf, so dass die beiden
Stücke gerade einmal darauf passten, eines auf der A - Seite
und
eines auf der B - Seite, was die gute alte Cassette mit der noch
älteren Platte gemeinsam hatte. Somit kann man EHZZ immerhin als
Erfinder der Single - Music - Cassette bezeichnen, was später von
einigen anderen Musiklabels durchaus auch aufgegriffen und nachgeahmt
wurde, allerdings meist für Werbezwecke. Ehzz - Gründer
Jackomo Schneider hatte für diese extrem kurzen Spezialcassetten
in seiner Verwandtschaft eine günstige Bezugsquelle, wodurch sich
das geradezu aufdrängte, wahrscheinlich wäre man sonst erst
gar nicht auf die Idee gekommen. Ursprünglich wurden diese
Kurzcassetten damals eigentlich für spezielle
Datenspeichergeräte hergestellt und in Spieldauergrößen
zwischen 5 und 30 Minuten als Leercassette vertrieben. Die
Vervielfältigung der Cassetten fand ebenfalls im Hause statt,
hierzu gab es in einem Nebenraum des Studios eine halbautomatische
Cassettenkopiermaschine, die in einem Viertel der eigentlichen
Spieldauer auf einen Schlag 8 Kopie - Cassetten erzeugen konnte. Die
Cover wurden nur als Oberseite in einer befreundeten Druckerei
kostengünstig nach Feierabend gedruckt und dann auf die
Cassettenbeilage von Hand aufgeklebt und dann in das
Cassettengehäuse eingelegt. Auf diese etwas umständliche,
aber sehr kostengünstige Weise entstanden im
Laufe der Jahre immerhin rund 50 dieser etwas seltsamen Single - Music
- Cassetten - Titel mit zwei, manchmal aber auch mit drei oder vier
Titeln
drauf. Das entspräche bei Vinylplatten also schon
einer EP, also ist EHZZ dadurch auch der Erfinder der "Music -
Cassetten - EP", was aber letztendlich heute auch keinem wirklich etwas
nützt, wenn man ehrlich ist, da das Medium Music - Cassette im
Prinzip längst tot ist, egal ob als Normal-, Single- oder EP
- Cassette.
Einige "Meilensteine" in der EHZZ - Historie in Stichworten
1976 - Gründung in Bonn durch Jackomo Schneider
1977 - erste Anerkennungen und Erfolge bei Musikwissenschaftlern
1978 - erste Hintergrundmusik (instrumental) für Filme
1978 - Produktion einer Entspannungs-Hintergrundmusik-Cassette
für lange Autofahrten
1979 - erste Fassung des erfolgreichsten EHZZ -
Stückes überhaupt "Casablanca in Aspik"
1979 - Herausgabe der weltweit ersten Music-Cassetten-Single (Nur 2
Titel auf einer Music-Cassette)
1980 - kurze Versuche mit einem anderen Produzenten scheitern, diese
Stücke wurden nie zuende
geführt
1980 - neue Aufnahmen mit dem bewährten Produzenten
führen zu
einigen beginnenden Erfolgen
1981 - zeitweise größere personelle Umschichtungen
verändern auch den Klang fast vierteljährlich
1982 - Neuaufnahme einer qualitativ wesentlich besseren Version
von "Casablanca in Aspik"
1983 - deutliche Verbesserung der Arrangements und der technischen
Aufbearbeitung
1983 - Jackomo Schneider wirkt nicht mehr bei allen Produktionen mit 1983
- neue Kompositionen ab jetzt vorwiegend vom Produzenten 1984
- ab der zweiten Jahreshälfte wirkt Jackomo Schneider gar
nicht mehr mit 1984 - erste Aufnahmen im neuen Studio in der
Eifel bringen mehr
Perfektion in die Ergebnisse
1984 - vor allem Hintergrundmusik für so genannte akustische
Kopf - Filme usw. setzen Meilensteine
1985 - das Ende wirft seine Schatten voraus. 1985 - das
letzte, zugleich
aufwändigste und ausgeklügeltste Album erscheint Ende
Mai.
Danach ist EHZZ "Musikgeschichte"

Bei
manchen Titeln hieß es für den Produzenten einfach
nur: "Ohren und Augen zu und durch....."
Fremdproduktionen
Was noch
kurz erwähnt werden sollte ist, dass EMP /
EHZZ
seinerzeit mehrere andere Musiker- / innen und Bands produzierte bzw.
mit Produktionsmöglichkeiten unterstützte. Über diesen
Tätigkeitsbereich und welche Gruppen, Interpreten usw. das waren,
soll im Laufe der Zeit noch eine gesonderte Seite erstellt werden.
Um nur kurz einige wenige davon zu nennen: Jeanette Winterstein -
Quartett / Berliner Ring / Gerry
Mulligan / Die Schweine / Pasteurisator / Wiederhopf & Martin /
Elvira Kaloderma & die Schaumschläger / Snooze / Eisenhand /
Meterware / Hondo Krämer / Annette Sigrist / Harry Kakoulli /
Kalyan / Erstes frenetisches
Orchester (EFO) / Kleinmusik / Motzkopp / Bettina Wefels / Die
Klangpenner /
12-Ton(n)e / Rheinische Astronauten Big Band / Silberstreif / Die
Schweine / Martin
Kaarst / Jazzig / The Peetles / Wanzengarde / De schrääg
Köpp / ..... Besonders Anfang der 80er Jahre waren darunter
mehrere
Bands der so genannten "Neuen deutschen Welle" (NdW), aber auch
durchaus einige karnevalistisch angehauchte Bands. Viele dieser Bands
hatten keine lange Bestandszeit, manche verschwanden nach einer
einzelnen Produktion wieder von der Bildfläche, andere benannten
sich hingegen um und sind teils unter anderem Namen heute noch aktiv
oder formatierten sich um. Man muss diese
Produktionen jedoch völlig abgekoppelt von EHZZ betrachten, da
hierbei die
Musiker von EHZZ normalerweise, bis auf einige wenige Ausnahmen, nicht
mitwirkten. Es waren somit EMP - Produktionen, aber keine EHZZ -
Produktionen, man muss das schon trennen.
Hier stellvertretend einige Cassettencover von Fremdproduktionen.
 |  | Covervorderseite des Cassetten - Albums "Gypsola"
vom Jeanette Winterstein - Quartett aus dem Jahre 1981. Absolut
gekonnter Gypsy - Swingjazz, teils mal mit etwas ungewöhnlicher
Instrumentierung (zum Teil mit E-Gitarren und Keyboard). | Cover
des Albums "Naturwunder" der Gruppe Eisenhand aus dem Jahre 1979.
Die Band Eisenhand wurde fast 10 Jahre später unter einem ganz
anderen Namen bekannter. Dazu später mehr. |
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